Am heutigen Donnerstag, den 26.05.2022, wurde die Feuerwehr Alsdorf gegen 12:38 Uhr zu einem gemeldeten Wohnungsbrand im Oidtweilerweg in Alsdorf Neuweiler alarmiert. Aufgrund der Vielzahl an Anrufern und dem Meldebild wurde bereits wenige Minuten später Vollalarm für die Feuerwehr Alsdorf ausgelöst.

Vor Ort angekommen bestätigte sich das Meldebild. Dichter Brandrauch in Kombination mit kräftigem Wind hatten bereits den Straßenzug in dichten Rauch gehüllt. Die betroffene Dachgeschosswohnung des Mehrfamilienhauses stand in Vollbrand und die Fenster der Brandwohnung waren durch die enorme Hitzeentwicklung geplatzt. Aus der Dachhaut drang dichter Rauch mit Flammenschein. Anwohner meldeten den Einsatzkräften, dass zwei Personen als vermisst galten, sodass umgehend die Menschenrettung eingeleitet wurde.

Angriffstrupps unter Atemschutz gingen in das Gebäude vor, woraufhin zwei Personen den Einsatzkräften entgegenkamen. Eine Person konnte schnell ins Freie gerettet werden. Eine Rettung der zweiten Person war aufgrund des zunehmenden Brandrauches nicht länger über das Treppenhaus möglich, sodass die Einsatzkräfte jene Person kurzerhand in die Wohnung im ersten Obergeschoss führten, um sie von dort aus über die Drehleiter zu retten. Die übrigen Räumlichkeiten wurden auf weitere Personen kontrolliert, sodass anschließend der Fokus auf die Brandbekämpfung gelegt werden konnte.

Diese war anfänglich, bedingt durch die enorme Hitze- und Brandrauchentwicklung, nicht über das Treppenhaus möglich. Die Einsatzkräfte errichteten darauf eine Riegelstellung, um eine mögliche Brandausbreitung zu verhindern. Die weitere Brandbekämpfung erfolgte fortan über die in Stellung gebrachte Drehleiter. Die aufwändigen Löscharbeiten wurden durch eine großflächig verbaute Fotovoltaik-Anlage erschwert. Eine zweite Drehleiter aus Herzogenrath wurde daraufhin angefordert, um mit zwei Wenderohren einen massiven Löschangriff vornehmen zu können. Weitere Einsatzkräfte nahmen über den Gartenbereich eine Brandbekämpfung vor.

Im zweiten Einsatzabschnitt, dem unmittelbar angrenzenden Nachbarhaus, wurden während der Löscharbeiten weitere Trupps in Stellung gebracht. Diese nahmen mit Wärmebildkameras Messungen vor, um eine Brandausbreitung durch Wärmebrücken ausschließen zu können. Eine zusätzliche Riegelstellung sorgte dafür, dass ein Übergreifen der Flammen auf den benachbarten Dachstuhl erfolgreich verhindert werden konnte.

Insgesamt wurden drei Personen bei dem Brandereignis verletzt. Hierzu zählten die zwei geflüchteten Personen aus dem Obergeschoss und eine weitere Person des Mehrfamilienhauses, die sich eigenständig über das verrauchte Treppenhaus ins Freie rettete. Alle drei Personen wurden nach einer Sichtung durch den Rettungsdienst und dem leitenden Notarzt mit Verdacht auf eine Rauchgasinhalation in nahegelegene Krankenhäuser transportiert. Insgesamt waren vier Rettungswagen sowie ein Notarztfahrzeug und der Rettungshubschrauber Christoph Europa 1 im Einsatz.

Über die Leitstelle in Aachen wurden zur Betreuung unverletzter Bewohner zwei Notfallseelsorger alarmiert. Diese konnten aufgrund des hohen Brandschadens nicht in ihre Wohnungen zurückkehren. Sie kamen nach Absprache mit der Alsdorfer Stadtbereitschaft bei Familienangehörigen und Freunden unter. Angrenzende Anwohner boten ihre Hilfe in Form von Schlafstätten für die Betroffenen und Getränke für die zahlreichen Einsatzkräfte an.

Im dritten und letzten Einsatzabschnitt wurden die verfügbaren Einsatzkräfte gesammelt und der Einsatzleitung gemeldet. Insgesamt waren rund 87 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei eingebunden. Die Alsdorfer Feuerwehr erhielt aufgrund des hohen Bedarfs an Personal und Gerät überörtliche Hilfeleistung aus Baesweiler, Herzogenrath und Würselen. Mit dabei waren eine zusätzliche Drehleiter aus Herzogenrath, weitere Löschfahrzeuge, die mitunter den Grundschutz auf der Feuer- und Rettungswache Alsdorf sicherstellen, und der Gerätewagen Atemschutz der Städteregion Aachen. Die Kriminalpolizei war ebenfalls vor Ort und hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Zur Stunde ist noch eine Einheit der Feuerwehr Alsdorf zwecks einer Brandsicherheitswache vor Ort, die voraussichtlich bis 18:30 Uhr vor Ort bleiben wird.