Am Samstagabend, dem 22.02.2020 wurde die Feuerwehr Alsdorf gegen 19.04 Uhr zu einem ausgelösten Heimrauchmelder in die Schaufenberger Straße nach Alsdorf - Schaufenberg gerufen. Was als „Standard-Einsatz“ gemeldet war, gestaltete sich im weiteren Verlauf als Großeinsatz mit einem Kräfteaufwand von über 70 Einsatzkräften verschiedener Hilfsorganisationen.

Vor Ort bestätigte sich, dass ein Heimrauchmelder in einer Wohnung eines Mehrfamilienreihenhauses in der Schaufenberger Str. ausgelöst hatte. Da der Wohnungseigentümer vor Ort nicht angetroffen wurde und die vermutete „Rauch- und Brandsituation“ hinter der Wohnungstüre nicht bekannt war und eine Ausbreitung auf das Treppenhaus verhindert werden sollte, verschafften sich die Wehrleute über ein Fenster Zugang zur Wohnung.

Bereits unmittelbar nach Betreten der Wohnung stellten die Einsatzkräfte eine auffällige Anzahl von verschiedentlichen Chemikalien in der Wohnung fest, konnten jedoch keine Brand- oder Rauchentwicklung ausfindig machen. Aufgrund der unklaren Situation in der Wohnung wurde unmittelbar die Polizei zur Einsatzstelle gerufen und die Nachalarmierung weiterer Einsatzkräfte veranlasst. Aus der vermeintlichen Einsatzstelle „Heimrauchmelder“ hatte sich eine CBRN-Einsatzstelle (chemisch, biologisch, radiologische und nukleare Einsatzstelle entwickelt.

Neben den Kräften der Freiwilligen Feuerwehr Alsdorf rückten Spezialkräfte des sog. „CBRN-Zug Nord“ der Städteregion Aachen zur Einsatzstelle aus. Der CBRN-Zug rückte mit einem „Gerätewagen-Gefahrgut“, einem „Gerätewagen Messtechnik“, einem „Gerätewagen Dekon-P“ und einem „Erkunderfahrzeug“ sowie der „Gerätewagen-Atemschutz“ zur Einsatzstelle aus. Ebenso wurden der „Fachberater CBRN“ der Städteregion Hartmut Prast und die beiden „Fachberater Chemie“ der Feuerwehr Alsdorf Jens Groitl und Thomas Kremer zur Einsatzstelle alarmiert. Zur Koordination der überörtlichen Einsatzkräfte rückte ebenfalls der „Einsatzleitwagen II Nord“ zur Einsatzstelle aus. Die medizinische Versorgung an der Einsatzstelle wurde durch einen „Leitenden Notarzt“ und einen „Organisatorischen Leiter Rettungsdienst“ sowie einen vorgehaltenen Rettungswagen sichergestellt.

Die Schaufenberger Str. wurde weiträumig abgesperrt. Das betroffene Mehrfamilienwohnhaus mit 25 gemeldeten Personen wurde vorsorglich geräumt und ein Bus für eine etwaig erforderliche Betreuung der Personen angefordert. In Nähe der betr. Wohnung wurde ein sog. „Dekon-Platz der Stufe 2“ eingerichtet um die eingesetzten Wehrleute von etwaigen Kontaminationen zu reinigen. Insgesamt rückten mehrere Trupps unter Chemikalienschutzanzügen in die Wohnung vor und erkundeten diese auf etwaig vorhandene Personen und örtliche Gegebenheiten.

Die gesammelten Informationen wurden von den eingesetzten Fachberatern und Spezialkräften ausgewertet. Aufgrund der vorgefundenen Lage entschied die Einsatzleitung um Stadtbrandinspektor Dirk Stoeckmann als Vorsichtsmaßnahme, das gesamte Wohnhaus vorübergehend für die Bewohner zu sperren und diese anderweitig unterzubringen. Eine Vielzahl der angetroffenen Personen kam indes bei Freunden und Bekannten unter, während drei Personen durch den städtischen Bereitschaftsdienst anderweitig beherbergt wurden.

Aufgrund des erheblichen Kräfteeinsatzes der Feuerwehr Alsdorf wurde zur Sicherstellung des weiteren Grundschutzes im Stadtgebiet die Feuerwehren Baesweiler und Würselen entsprechend informiert und in Kenntnis versetzt. Vor Ort machte sich ebenfalls Kreisbrandmeister Thomas Sprank ein eigenes Bild des Einsatzes. Aufgrund der langen Dauer des Einsatzes bis etwa 00.00 Uhr wurde das DRK Alsdorf zwecks Versorgung der eingesetzten Kräfte zur Feuer- und Rettungswache alarmiert. Im Zuge des Einsatzes erlitten zwei Feuerwehrleute leichte Verletzungen und wurden medizinisch versorgt. Weitere Auskünfte zur Einsatzlage und Schadensumfang können seitens der Feuerwehr Alsdorf nicht getätigt werden. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.