Vor einiger Zeit haben wir unsere Facebook Fans gefragt, wie wir unsere Arbeit näher bringen können. Sehr häufig kam die Antwort, dass man gerne mehr Informationen über unsere Fahrzeuge haben möchte. Mit der Erfüllung dieses Wunsches wollen wir heute beginnen. Künftig wollen wir Euch etwa monatlich ein Fahrzeug der Feuerwehr Alsdorf näher bringen.

Beginnen möchten wir heute mit dem Fahrzeug, dass Euch wahrscheinlich am Häufigsten auf den Straßen unserer Stadt begegnet. Vorgestellt wird Euch heute der Rettungswagen (RTW) vom Wachabteilungsführer Olaf Gesell.

Auch wenn er in seiner Vorgesetztenfunktion selbst nahezu gar nicht auf dem Fahrzeug tätig ist, ist er auf unserer Wache als Abteilungsleiter für den Rettungsdienst tätig. Er unterstützt die Wachleitung in allen Belangen des Rettungsdienstes, unter anderem ist er für die Beschaffung der Rettungsdienstfahrzeuge zuständig. Hierzu pflegt er einen engen Kontakt mit den Kollegen, die im Alltag auf den Fahrzeugen eingesetzt werden, um ihnen ein bestmögliches Einsatzmittel zur Verfügung zu stellen.

Folgende Informationen hat Olaf Gesell für Euch:

 
Der Rettungswagen ist das „Standardfahrzeug“ zur Notfallversorgung, d.h. er rückt grundsätzlich zu jedem medizinischen Notfall aus. Besetzt ist er mit mindestens einem „Notfallsanitäter“ oder „Rettungsassistenten“ als Transportführer und mindestens einem Rettungssanitäter als Fahrer.

Jeder Berufsfeuerwehrmann der hauptamtlichen Wache durchläuft in seinem Vorbereitungsdienst die zwölfwöchige Ausbildung zum Rettungssanitäter. Die meisten der Kollegen in Alsdorf sind zusätzlich zum Rettungsassistenten oder dem neuen Berufsbild des Notfallsanitäters weitergebildet.

Die Feuerwehr Alsdorf verfügt über zwei dieser Rettungswagen.

Einer ist 24 Stunden, rund um die Uhr, besetzt, ein weiterer tagsüber von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr. Wenn beide Alsdorfer RTWs im Einsatz sind, wird der nächstgelegene Rettungswagen aus den Nachbarstädten alarmiert. Ein Notarzt wird bei Bedarf mittels „Notarzteinsatzfahrzeug“ (NEF, stationiert in Würselen und Eschweiler/Stolberg) oder Rettungshubschrauber (RTH) zusätzlich zur Einsatzstelle transportiert.
  

Das Fahrzeug ist knapp 5 Tonnen schwer, besitzt ein Automatikgetriebe und wird von einem ca. 190 PS starken Motor angetrieben.
Obwohl der Rettungsdienst es in den meisten Fällen sehr eilig hat, ist die Geschwindigkeit aufgrund des hohen Aufbaus und Gewichts auf ca. 130 km/h begrenzt. In der Fahrerkabine befinden sich Funk- und Navigationsgeräte, Kartenmaterial, Einweghandschuhe, die persönliche Ausrüstung der Besatzung (z.B. Helme) und weitere Ausrüstungsgegenstände.

Der Kofferaufbau kann als rollende Intensivstation betrachtet werden. Hier ist vom Heftpflaster für kleinere Wunden über Schienen und Verbandmaterial für gröbere Verletzungen bis hin zu Beatmungsgerät, EKG mit Defibrillator sowie Medikamenten und Material zur Narkoseeinleitung“ mit „Intubation“ (im Volksmund künstliches Koma genannt) bei vital bedrohten Patienten oder gar reanimationspflichtigen Personen zu finden. Auch eine Grundausstattung für Kindernotfälle, Geburten oder Amputationsverletzungen wird mitgeführt.

Sämtliche Geräte wie EKG und Beatmungsgerät sind tragbar und mit Akkus ausgestattet. Eine Grundausstattung von Medikamenten, Infusionen und Verbandsmaterial sind in einem Rucksack untergebracht, sodass bereits in der Wohnung oder auf der Straße mit der Behandlung des Patienten begonnen werden kann. In einem weiteren Rucksack befindet sich alles, was zur Versorgung eines Patienten mit Sauerstoff, oder zur Beatmung benötigt wird. Was viele Menschen leider nicht wissen: Der Rettungsdienst ist nicht für die „Heilung“ vor Ort vorgesehen. 

Beispielsweise akute Migränezustände, Husten oder ähnliche Fälle bei denen unsere Mitarbeiter als Hausarztersatz zur Gabe von Medikamenten vor Ort aufgefordert werden, fallen nicht in das Aufgabengebiet des Rettungsdienstes, sondern in den Zuständigkeitsbereich des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes, der unter der bundesweiten Nummer 116 117 erreichbar ist und im Rhein-Maas-Klinikum die für Alsdorf zuständige Notfallpraxis außerhalb der Öffnungszeiten der Hausärzte betreibt.

Grundsätzliche Aufgabe des Rettungsdienstes ist es, schwer erkrankte oder verletzte Menschen durch die Behandlung und Gabe von Medikamenten transportfähig zu machen und sie in eine geeignete Behandlungs- oder Diagnoseeinrichtung (Arztpraxis, Radiologie, Krankenhaus, usw.) zur weiteren Untersuchung und Behandlung zu transportieren.

Leider werden auch unsere Kollegen häufig damit konfrontiert, dass Menschen auf einen Transport vom Rettungsdienst bestehen, um beim Hausarzt oder in den überfüllten Notaufnahmen keine langen Wartezeiten in Anspruch nehmen zu müssen. Inzwischen arbeiten jedoch die meisten umliegenden Krankenhäuser mit einem Triagesystem, bei dem alle Patienten zunächst nach zeitlicher Dringlichkeit eingeschätzt und dementsprechend weiter behandelt werden.

So kann es passieren, dass auch ein Patient des Rettungsdienstes richtigerweise erst nach einem schwerer erkrankten Patienten, der sich eigenständig in die Notaufnahme begeben hat, behandelt wird. Wir hoffen, Euch auf diesem Weg einen groben, aber verständlichen Einblick in die Ausstattung und Aufgaben unserer Rettungswagen gegeben zu haben.

Wir hoffen, dass Ihr das Fahrzeug nie braucht.
Und falls doch, sind wir gerne für Euch da – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr.