Im Brandschutzbedarfsplan der Stadt Alsdorf aus dem Jahr 2019 wurde festgelegt, dass der Rüstwagen und das LF16TS durch ein HLF20 ersetzt werden.

Bei dem Rüstwagen handelt es sich um einen Mercedes Benz Unimog aus dem Jahr 1988, der mit einer Beladung für die Hilfeleistung bei Unfällen sowie einer Seilwinde ausgestattet ist. Die Besatzung umfasst drei Personen. Das Löschgruppenfahrzeug LF16TS stammt aus dem Jahr 1984. Der Schwerpunkt dieses Fahrzeugs liegt auf der Wasserförderung im Brandeinsatz. Es verfügt neben viel Schlauchmaterial über eine Vorbaupumpe mit einem Förderstrom von 1.600 l pro min bei einem Nenndruck von 8 bar und einer Kabine für 9 Personen. Beide Fahrzeuge entsprachen aufgrund ihres vorangeschrittenen Alters nicht mehr dem Stand der Technik.

Die ursprünglich für 2022 geplante Indienststellung des Neufahrzeugs musste aufgrund mehrerer technischer Probleme an den Vorgängerfahrzeugen in einem Dringlichkeitsbeschluss vorgezogen werden. Der Löschzug Hoengen ist per Zuteilung durch die Bezirksregierung für die umliegenden Autobahnabschnitte zuständig. Hierfür müssen dringend hydraulische Rettungssätze vorgehalten werden, um eingeklemmte Personen aus Fahrzeugen befreien zu können. Das vorhandene Gerät aus dem Rüstwagen war defekt und die Ersatzteilversorgung durch den Hersteller ist schon vor einiger Zeit eingestellt worden. Weiterhin entsprach es in seinen Leistungsklassen nicht mehr den Anforderungen für moderne PKW. Für die Verlastung neuer Geräte hätte das Fahrzeug aufwändig umgebaut werden müssen. Der finanzielle wie zeitliche Aufwand war hier, neben den Kosten für notwendige Instandsetzungen am Fahrgestell, weit außerhalb der zeitlichen Notwendigkeit und die Wirtschaftlichkeit aufgrund des hohen Alters des Fahrzeugs in keinster Weise gegeben. In einem Dringlichkeitsbeschluss konnte nach einer umfangreichen Recherche Ein Vorführfahrzeug der Firma Rosenbauer im Wert von rund 420.000,00  € beschafft werden. Im Vergleich zur Beschaffung eines Neufahrzeugs wurden 30.000,00 € eingespart.

Es handelt sich um ein HLF20, das entsprechend der Norm DIN 14530-27 aufgebaut wurde. Das Allradfahrgestell vom Hersteller Mercedes Benz besitzt einen Euro 6-Motor mit 299 PS und ein automatisiertes Schaltgetriebe. Die im Aufbau integrierte Kabine bietet Platz für 9 Besatzungsmitglieder (eine Löschgruppe), die eine eigenständige taktische Einheit bilden. Die Beladung umfasst vier Atemschutzgeräte, die während der Fahrt im Mannschaftsraum angelegt werden können. Im Aufbau sind eine Feuerlöschkreiselpumpe mit einem Förderstrom von 3.000 l pro Minute bei 10 bar sowie ein Löschwassertank mit einem Fassungsvermögen von 2.000 l integriert. Weiterhin verfügt das Fahrzeug über einen integrierten Schaummitteltank mit einem Inhalt von 125 l, welches über eine moderne Zumischanlage direkt dem Löschwasser zugemischt werden kann. Die Steuerung des kompletten Fahrzeugaufbaus einschließlich Pumpen, Aggregate, Beleuchtung, Lichtmast und Sondersignalanlage wird durch ein aufwändiges BUS-System mit Touchdisplay dargestellt. Dies erfordert eine umfangreiche Schulung der Anwender, kann dann jedoch viele Arbeitsgänge in einfache Tastenbedienung zusammenfassen. Somit ist das neue HLF als Kombi- Fahrzeug zu betrachten, das

Die Beladung wurde an die vorhandenen Konzepte der Feuerwehr Alsdorf angepasst, sodass das HLF20 der hauptamtlichen Wache und das neue Fahrzeuge den gleichen Einsatzwert besitzen.

Zur Beladung gehören unter anderem:

  • Ein hydraulischer Rettungssatz mit Schere, Spreizer und Rettungszylinder
  • Eine Rettungsplattform
  • Stabilisierungsmaterial für verunfallte und umgekippte PKW
  • Ein Stromerzeuger mit einer Leistung von 13,6 kVA
  • Schlauchleitungen, Armaturen und Hohlstrahlrohre
  • Ein tragbarer Wasserwerfer mit einer Durchflussmenge von 1.200 l pro Minute
  • Ein Hochleistungslüfter zur Entrauchung von betroffenen Gebäuden
  • Ein Rauchvorhang zum Schutz von nicht betroffenen Gebäudebereichen
  • Eine Wärmebildkamera
  • Eine Motorkettensäge
  • Eine Tauchpumpe
  • Eine Rettungssäge zum Schneiden von Metall (Blechdächer, Sandwichelemente, Nägel in Holz, Karosserieteile), Kunststoffen (Rollläden), Verbundglas (Fahrzeugscheiben) und anderen Materialien
  • Eine vierteilige Steckleiter (Rettungshöhe 7,00 m)
  • Eine dreiteilige Schiebleiter (Rettungshöhe 12,20 m)
  • Eine fahrbare Haspel am Heck mit Material zur Verkehrsabsicherung
  • Ein fahrbare Schlauchhaspel am Heck mit Armaturen zum Aufbau einer Wasserversorgung aus dem Hydrantennetz
  • Material für den Ersteinsatz bei Verkehrsunfällen
  • …und vieles mehr

Das Fahrzeug wurde bereits Ende Februar abgeholt und nach mehrwöchiger Schulung der Mitglieder des Löschzugs Hoengen im März in den Dienst gestellt. In den vergangenen Monaten konnte das Fahrzeug bereits erste Stresstests im Einsatzdienst bewältigen; unter anderen einen Waldbrand am Broicher Weiher und einen schweren Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person auf der BAB 44.

Insgesamt stellt die Indienststellung dieses Fahrzeuges einen wichtigen Schritt für die notwendige Modernisierung des Fuhrparks der Alsdorfer Wehr dar. Ein Fahrzeug, das sowohl den Ansprüchen der technischen Hilfeleistung, als auch der Brandbekämpfung gerecht wird und somit die beiden ausgedienten Fahrzeuge adäquat ersetzt.  

In der zweiten Jahreshälfte wird noch ein dringend benötigter Kommandowagen ausgeliefert. Weiterhin befinden sich zwei mittlere Löschfahrzeuge für die Einheiten in Stadtmitte und Bettendorf im Bau, die ebenfalls deutlich in die Jahre gekommene Fahrzeuge ablösen. Derzeit wird die Beschaffung eines großen Gerätewagens als Ersatz für den Rüstwagen sowie den Gerätewagen Gefahrgut der hauptamtlichen Wache vorbereitet. Auch bei diesem Projekt wird die Beladung von zwei Fahrzeugen auf ein Fahrgestell zusammengefasst, um so die Investitions- und Unterhaltungskosten bei zeitgleicher Modernisierung der Beladung zu senken. 

Die Bilder sind Eigentum der Feuerwehr der Stadt Alsdorf. Eine Verwendung Dritter ohne schriftlicher Zusage ist nicht erlaubt.
Wir bedanken uns für die gute Zusammenarbeit bei der Feuerwehrfotografie - Bilderzoom Aachen, die in unserem Auftrag diese Lichtbilder gefertigt hat.